Die Aero in Friedrichshafen startet

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1-Logo 25 teIn den Messehallen wird bis auf den letz­ten Drücker gear­bei­tet. Man kann sich kaum vor­stel­len, dass am 5. April 2017 die 25te Jubiläumsmesse ihre Pforten öff­net. Für die gesamte General Aviation wird ein brei­tes Spektrum aufgebaut.


Sea Lynx -- UH-1D-240Die Bundeswehr hat inzwi­schen alle ange­kün­dig­ten Exponate auf­ge­baut. Die Bo105 steht in der Halle A6. Im Freigelände vor der Halle A ste­hen die Sea Lynx vom Marinefliegergeschwader 5 und die Bell UH-1D in SAR-Konfiguration aus der 7. Staffel des Transporthubschrauberregiment 30 neben­ein­an­der. Aufgrund der immer noch aus­ste­hen­den Entscheidung zum Nachfolgemuster für die ICAO-Aufgabe SAR Land erfolgt die für den Betrieb der Hubschrauber erfor­der­li­che technisch-logistische Betreuung über einen Betreibervertrag mit zivi­len Firma RUAG Aerospace AG. Diese neue Konstellation war auch der Grund, dass eine zweite Huey aus Niederstetten nach Friedrichshafen kam, um den Techniker von RUAG abzuholen.

EC155-240Der Flugdienst der Bundespolizei infor­miert in Halle A7 mit fach­kun­di­gem Personal Interessierte Besucher. Auffällig an der prä­sen­ten EC135 T2+ mit dem Kennzeichen D-HVBE sind die aktua­li­sier­ten Aufkleber von Airbus Helicopters und Turbomeca. Die EC155 B1 D-HLTF ist ohne Zusatzausstattung ausgestellt.


Bell407-240Bell ist in die­sem Jahr auf dem Gemeinschaftsstand von Textron mit der Bell 407 GXP, OE-XNE, SN 54651, in exklu­si­ver Innenausstattung ver­tre­ten. Der Hubschrauber wurde Anfang 2016 aus­ge­lie­fert und vom Hanseatic Helicopter Service ein­ge­setzt. Nicht klar ist die aktu­elle Verkaufsausrichtung von Bell für Europa und ins­be­son­dere die deutsch­spra­chi­gen Länder. Erst vor kur­zem haben sich struk­tu­relle Veränderungen erge­ben, so dass in Deutschland nur noch die bei­den Firmen Agrarflug-Helilift GmbH & Co.KG sowie Motorflug in das offi­zi­elle Netz von Bell ein­ge­bun­den sind. Bislang ist es Bell nicht gelun­gen, mit der 429 in den deutsch­spra­chi­gen Ländern rich­tig Fuß zu fassen.

Konner K2-240Wie ver­mu­tet, sorgt der Hersteller Konner aus Italien für Über­ra­schun­gen und stellt in der Halle A6 auf dem neu kon­zi­pier­ten Messestand seine aktu­el­len Modelle aus. Im Rückgriff auf die glei­che, leis­tungs­starke Turbine deckt man inzwi­schen unter­schied­li­chen Bedarf ab und kon­zen­triert sich auf die Märkte in Australien, Südamerika und neu­er­dings auch Afrika. Die K1 hat einen zusätz­li­chen, unter­ge­bau­ten Tank zur Erhöhung der Reichweite bekom­men. Optisch sticht das vier­sit­zige Modell K2 her­vor. Die kon­trast­rei­che Außenlackierung har­mo­niert mit der Farbe der Innenausstattung. Die nach oben klapp­ba­ren Türen kön­nen elek­trisch bedient wer­den. In mili­tä­ri­scher Optik ist ein wei­te­res Modell zu sehen: Mit nun­mehr Vierblattrotor ist es gelun­gen, den Durchmesser des Rotorblattkreises zu ver­rin­gern. Weitere beson­dere Projekte sind schon weit fort­ge­schrit­ten. So soll noch in die­sem Jahr ein wei­te­rer Kleinhubschrauber fol­gen, der direkt ohne wei­tere Ausstattung direkt auf ruhi­gem Wasser lan­den kann und sich mit einer zusätz­li­chen elek­tro­ge­trie­be­nen Schraube im Wasser fort­be­we­gen lässt, um z.B.an einem Steg an– oder von dort abzulegen.

MI2-240Die Mil Mi-2 aus der Ukraine UR-EKR von Motor Sich stellt im Außengelände einen Blickfang dar. Die bei­den neuen eige­nen Triebwerke AI-450M sind leich­ter und leis­tungs­stär­ker als die nor­male Ausstattung. Der Treibstoffverbrauch die­ser Mi-2MSB ist nied­ri­ger, so dass sich die Reichweite erhöht. Zudem ermög­licht die höhere Leistung eine Steigerung der Geschwindigkeit in Bodennähe und beson­ders in grö­ße­rer Höhe. Beabsichtigt ist die Weiterentwicklung zur Mi-2MSB-2 aus Verbundwerkstoff. Motor Sich sieht den Bedarf der Umrüstung für die bis­he­ri­gen Nutzer des am wei­tes­ten ver­brei­te­ten Hubschraubers aus öst­li­cher Produktion. Der aus­ge­stellte Hubschrauber dient zur Zeit als Testträger für die neuen Triebwerke und ein neues Getriebe. Er ist aus der Ukraine gekom­men und wurde kurz vor der Landung in Friedrichshafen noch ein Mal in Memmingen aufgetankt.

Flip2-240Auf dem Markt für UL-Hubschrauber schrei­tet die Entwicklung voran. Aus Geisleden in Thüringen zeigt die edm aero­tec GmbH gleich zwei ihrer zuge­las­se­nen UL-Hubschrauber. Sie sind eine eigene Weiterentwicklung des rus­si­schen Prototyps FLIP 2 und ver­fü­gen als Zweisitzer über einen Koaxialrotor mit vier Blättern auf zwei Ebenen, die ent­ge­gen­ge­setzt lau­fen. Damit ist kein Heckrotor nötig.

E-Heli-240Nicht unter­schät­zen sollte man die Entwicklung von Kleinhubschraubern mit rei­nem Elektroantrieb. Prototypen sind auf der Messe ver­tre­ten. Zwei Fluggeräte kom­men aus Frankreich und unter­schei­den sich deut­lich in der Antriebskonfiguration. Nicht unter­schla­gen wer­den darf, dass der Einsitzer bereits eine echte Flugzeit von knapp über 15 Minuten erreicht hat.

Bell47-240Ein nost­al­gi­scher Blickfang ist die pri­vate und eigens für die Messe gewie­n­erte Bell 47 von Dieter Verbarg, D-HWAL. Sie steht unmit­tel­bar neben der Huey aus dem Dorniermuseum. Zusätzlich haben Interessierte am Stand die Möglichkeit, in einem der Huey sehr detail­ge­treu nach­emp­fun­de­nen Simulator der Firma SFM aus München mit­tels Virtual-Reality-Brille, ein­mal selbst eine Huey zu flie­gen. Die Steuerung mit­tels Pitch, Stick und Pedalen ver­mit­telt ein rea­lis­ti­sches Fluggefühl.

DHC-Logo-240Als insti­tu­tio­nel­ler Aussteller infor­miert der Deutsche Hubschrauber Club e.V. über seine Arbeit und wen­det sich unmit­tel­bar über­wie­gend an pri­vate Hubschrauberführer. Die Hubschrauberfirma via­heli, die am Flugplatz Pirmasens aktiv ist, unter­stützt den DHV am Stand mit Personal und zeigt eine R44. Auch in 2017 sind wie­der zahl­rei­che Aktivitäten geplant. Höhepunkt ist im August 2017 die Offene Deutsche Hubschraubermeisterschaft in Arnstadt, gleich­zei­tig ver­bun­den mit einem der Wettbewerbe im Rahmen des erst­ma­lig in die­sem Jahr ver­an­stal­te­ten Helicopter World Cup, der als Gesamtwertung an sie­ben Standorten in Europa stattfindet.

Unverständnis herrscht bei vie­len Interessenten über das Fernbleiben des Deutschen Hubschrauberverbandes e.V., stellt er doch die gemein­same Interessenvertretung von kom­mer­zi­el­len Hubschrauberunternehmen und –betrei­bern in Deutschland dar. Sogar die ein­ge­plante Beteiligung eines offi­zi­el­len Vertreters im Veranstaltungsprogramm der Aero wurde abge­sagt. Unverhohlen äußern Fachleute ihre Meinung zu einer offen­sicht­li­chen Einflussnahme von ande­rer Seite.

Ulrich Schröer, Freier Fachjournalist, Bonn

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