Ab Montag, 7. April, trainiert die gemeinnützige ADAC Luftrettung anspruchsvolle Flug- und Bergungsmanöver mit der Rettungswinde im Raum Ohlstadt-Eschenlohe sowie im oberen Höllental. Die Crews der von der ADAC Luftrettung betriebenen Stationen „Christoph 1“ an der München Klinik Harlaching und „Christoph Murnau“ am BG Klinikum Murnau trainieren zusammen mit der Bergwacht Bayern komplexe Einsätze unter den besonderen Gegebenheiten im alpinen Umfeld. In der Woche von 5. bis 9. Mai fliegt zudem ein ADAC Rettungshubschrauber regelmäßig über dem Karwendel- und Wettersteingebirge sowie den Ammergauer Alpen, um Rettungsflüge im Hochgebirge zu simulieren.
Der ADAC Rettungshubschrauber soll in den Trainingswochen täglich von 9 bis 12 und von 14 bis etwa 17 Uhr unterwegs sein. Beide Stationen bleiben während der Trainings voll einsatzbereit. Bei den eng mit (Naturschutz-)Behörden und Flurbesitzern abgestimmten Trainings legt die ADAC Luftrettung größten Wert darauf, Tier- und Pflanzenwelt, Anwohnende sowie Ausflüglerinnen und Ausflügler so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Erstversorgung und Bergung mit Rettungswinde im Raum Ohlstadt-Eschenlohe
Vom Montag, 7. April, an spielen die Münchner und Murnauer Crews komplexe Windeneinsätze am Flugplatz Ohlstadt und dem südwestlich davon gelegenen Rauheck durch.
Am Montag, Dienstag und Freitag absolviert der ADAC Rettungshubschrauber im Rahmen einer Zusatzausbildung für Notfallsanitäter Rettungs- und Bergeszenarien, bei denen etwa der Pilot genau eingewiesen und die Rettungswinde bedient werden muss. Bei gutem Wetter soll er zudem mehrmals von Grainau in das Höllental Richtung Jubiläumsgrat aufsteigen, um fliegerische Besonderheiten im Hochgebirge zu trainieren.
Am Mittwoch und Donnerstag stehen gemeinsame Trainings mit der Bergwacht Bayern auf dem Programm. Abseits von Wanderwegen werden am Rauheck parallel in zwei Teams medizinische und komplexe Bergrettungsverfahren trainiert. Je ein Team bestehend aus Notfallsanitäterin oder -sanitäter, Notärztin oder -arzt und zwei Kräften der Bergwacht Bayern müssen an zwei Stationen eine medizinische Fallsimulation oder ein komplexes Bergrettungsmanöver absolvieren. Beim medizinischen Training stehen eine schnelle Entscheidung über den Umfang der Erstversorgung sowie die Voraussetzungen für eine sichere Bergung im Fokus. Beim komplexen Rettungsmanöver sind alpine Seil- und Sicherungstechniken, präzise Kommunikation sowie das Auf- und Abseilen mit der Rettungswinde (Fachbegriff: Auf- und Abwinchen) von Crew und Patienten (hier medizinische Übungspuppen) besonders wichtig.
In der zweiten Maiwoche hebt dann erneut ein ADAC Rettungshubschrauber mehrfach zu Trainingszwecken in der Region ab. Bei Flügen über Karwendel- und Wettersteingebirge sowie die Ammergauer Alpen sollen die Besatzungsmitglieder die Besonderheiten des hochalpinen Umfelds intensiv erleben und dabei wichtige Expertise für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr im Gebirge bekommen.
Verbesserung von Winden-Einsatzkompetenz und wachsende Nachfrage
Höchste medizinische Versorgungsqualität und die Sicherheit aller an Bord bei Windeneinsätzen sind für die ADAC Luftrettung gGmbH von höchster Bedeutung. Die führende deutsche Luftrettungsorganisation führt deshalb mehrmals im Jahr Windentrainings durch, bei denen das Zusammenspiel von Crews und wichtigen Partnerorganisationen wie der Bergwacht Bayern optimiert wird. Zusätzlich erlangen Pilotinnen und Piloten wichtige fliegerische Erfahrung, die im Notfall von entscheidender Bedeutung sein kann. Die ADAC Luftrettung unterhält neben München und Murnau Windenstationen in Straubing, Sande (Niedersachsen), Imsweiler (Rheinland-Pfalz) und Hamburg. Im Jahr 2024 übernahmen diese zusammen 552 Windeneinsätze, „Christoph 1“ ist davon rund 80 geflogen, „Christoph Murnau“ brachte rund 200-mal Hilfe mit der Rettungswinde.
Quelle: Pressemitteilung der ADAC Luftrettung gGmbH vom 4. April 2025