Indienststellung des neu­en Polizeihubschraubers der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Christian Pegel haben am 31. August 2026 den ers­ten von zwei neu­en Polizeihubschraubern an die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern über­ge­ben. Die bei­den bis­he­ri­gen Maschinen vom Typ Eurocopter EC135 der Polizeihubschrauberstaffel in Laage sind nun bereits seit 25 bzw. 27 Jahren im Dienst und wer­den daher zuneh­mend war­tungs- bzw. repa­ra­tur­in­ten­si­ver. Der neue Airbus H145 D3 und die noch fol­gen­de Maschine erset­zen daher die bis­he­ri­gen Hubschrauber bis Ende des Jahres. Die hoch­mo­der­nen Maschinen sind schnel­ler, leis­tungs­fä­hi­ger und viel­sei­ti­ger als ihre Vorgänger. Sie sol­len nicht nur bei Fahndungen, Vermisstensuchen und der Verkehrsüberwachung, son­dern auch bei Waldbränden und ande­ren Katastrophen hel­fen.

Ein wesent­li­cher Fortschritt des H145 ist sei­ne deut­lich höhe­re Nutzlast, zum Beispiel für den Transport von Einsatzkräften und Ausrüstung. Das schafft im Einsatz spür­bar mehr Flexibilität. So kann bei­spiels­wei­se nach einer Suchaktion unmit­tel­bar ein Rettungseinsatz über­nom­men wer­den, ohne dass zunächst Personal oder Ausrüstung aus­ge­tauscht wer­den müs­sen. Die grö­ße­re Zuladungsreserve ermög­licht es somit, auch bei wech­seln­den Einsatzanforderungen schnel­ler zu reagie­ren.

Die Landespolizeidirektorin des Landes-was­ser­schutz­po­li­zei­am­tes Mecklenburg-Vorpommern, Antje Finnern, begrüß­te die Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig, den Innenminister, Christian Pegel, sowie alle Gäste und führ­te durch die Veranstaltung. Sie dank­te der Polizeihubschrauberstaffel für ihr gro­ßes Engagement beim Beschaffungsverfahren und der Organisation des Festaktes.

Die neu­en Hubschrauber sichern die Einsatzfähigkeit unse­rer Polizei für vie­le Jahre. Sie erfül­len die neu­es­ten tech­ni­schen Standards und begeg­nen unse­ren Anforderungen als Flächen- und Küstenland. Die neu­en Maschinen wer­den am Flugplatz Rostock-Laage sta­tio­niert. Mit der her­vor­ra­gen­den Infrastruktur, der zen­tra­len Lage und der guten Erreichbarkeit ist Laage der idea­le Standort. Hier kön­nen die Maschinen rund um die Uhr star­ten und lan­den — je nach Bedarf und ganz fle­xi­bel“, erklär­te Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sie über­gab dann offi­zi­ell das Bordbuch an die Staffel.

Innenminister Christian Pegel: „Für unse­re Polizei beginnt mit dem neu­en H145 ein neu­es Kapitel in der Luftunterstützung. Unsere Einsatzkräfte erhal­ten damit ein hoch­mo­der­nes Luftfahrzeug, das ihnen ins­be­son­de­re in kom­ple­xen und zeit­kri­ti­schen Lagen zusätz­li­che Möglichkeiten bie­tet. Wenn am Boden schnel­le Entscheidungen gefragt sind, kann die Unterstützung aus der Luft den ent­schei­den­den Unterschied machen. Mit der Indienststellung die­ses Hubschraubers inves­tie­ren wir des­halb gezielt in die ope­ra­ti­ve Handlungsstärke unse­rer Polizei und schaf­fen bes­se­re Voraussetzungen für erfolg­rei­che Einsätze. Die gemein­sa­me Beschaffung mit Niedersachsen zeigt zugleich, wie sinn­voll eine enge Zusammenarbeit der Länder bei sol­chen Vorhaben sein kann.“

Polizeiinspekteur Lutz Müller erin­ner­te bei sei­ner Rede an die Geschichte der Hubschrauberstaffel. Der Landtag hat­te 1997 die Anschaffung der ers­ten bei­den Maschinen beschlos­sen. Ihre Indienststellung war 1999 zunächst ein freu­di­ges Ereignis. Doch noch im sel­ben Jahr wur­de die Staffel von einem schwe­ren Unglück getrof­fen. Am 24. November 1999 stürz­te ein Hubschrauber der Staffel ab. Drei Kollegen kamen dabei ums Leben. „Noch heu­te geden­ken wir die­ses Tages“, sag­te Müller. Die heu­ti­gen Gefahrenlagen sei­en viel­fäl­ti­ger und grö­ßer gewor­den. Dabei gehe es längst nicht mehr aus­schließ­lich um poli­zei­li­che Einsätze, son­dern eben­so um Brände und Katastrophen. „Die Polizei ist Teil der Blaulichtfamilie“, sag­te der Inspekteur. Entscheidend sei, gemein­sam Menschen zu schüt­zen und Leben zu ret­ten. „Jedes Menschenleben, das wir mit Unterstützung des Hubschraubers ret­ten kön­nen, kann man nicht mit Geld auf­wie­gen“, beton­te er. Ein Menschenleben sei unbe­zahl­bar. Für die Zukunft wünsch­te sich der Polizeiinspekteur wie auch Ministerpräsidentin, dass Laage als wich­ti­ger tak­ti­scher Standort erhal­ten bleibt. Vor allem rich­te­te er einen per­sön­li­chen Wunsch an die Besatzungen: vie­le erfolg­rei­che Einsätze – und dass alle nach jedem Flug wie­der gesund nach Hause kom­men.

Zum Schluss spra­chen die katho­li­schen und evan­ge­li­schen Polizeiseelsorger Mecklenburg-Vorpommerns ein Gebet und seg­ne­ten den Hubschrauber .

Anschließend hat­te die Ministerpräsidentin, der Innenminister und alle Gäste die Möglichkeit den Hubschrauber zu besich­ti­gen und sich Informationen durch die Piloten der Polizeihubschrauberstaffel ein­zu­ho­len.

Informationen zur Staffel
Die Polizeihubschrauberstaffel in Laage besteht aus 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Allein im Jahr 2025 absol­vier­te die Hubschrauberstaffel 368 Einsätze mit ins­ge­samt 622 Flugstunden. Im Durchschnitt wur­de also etwa ein Einsatz pro Tag absol­viert. Die Hubschrauberstaffel der Landespolizei wur­de wie bereits erwähnt 1999 gegrün­det. Sie unter­steht dem Landeswasserschutzpolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern. Der Zuständigkeitsbereich umfasst das gesam­te Bundesland sowie das deut­sche Küstenmeer bis an die Hoheitsgrenzen der Bundesrepublik Deutschland.

Mit ihren bei­den Maschinen vom Typ Eurocopter EC135 bzw. künf­tig Airbus H145 D3 stellt die Hubschrauberstaffel eines der viel­sei­tigs­ten Einsatzmittel der Landespolizei. Das Aufgabenspektrum umfasst neben Aufklärungs-, Fahndungs- und Umweltschutzmaßnahmen auch die Dokumentation mit­tels Foto- und Videotechnik. Such-, Rettungs- und Bergungseinsätze gehö­ren eben­so zum Alltag wie Transport- und Verkehrsüberwachungsflüge. Die jeweils 3-köp­fi­gen Besatzungen sind mit Hilfe von Spezialequipment wie Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer und Nachtsichtgeräten in der Lage, die Kollegen der Schutz- und Kriminalpolizei sowie die Spezialeinheiten des Landes rund um die Uhr zu unter­stüt­zen.

Beschaffung und Design
Die Beschaffung der zwei neu­en Hubschraubern H 145 D3 für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern erfolg­te gemein­sam mit dem Land Niedersachsen. Mecklenburg-Vorpommern hat­te sich sei­ner­zeit dem von Niedersachsen begon­ne­nen Ausschreibungsprozess für eben­falls zwei neue Hubschrauber vom Typ H 145 D3 ange­schlos­sen. Dieser hat­te dann im August 2022 zur Ausschreibung der Hubschrauber geführt. Nachdem der Ausschreibungsprozess abge­schlos­sen war, konn­ten im August 2023 bei Airbus vier Hubschrauber H145 für die Landespolizeien in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bestellt wer­den. „Die gemein­sa­me Beschaffung erspart uns, so wie wir es erhofft hat­ten, viel Geld. Wir kön­nen unse­re bei­den Fluggeräte zusam­men jetzt für knapp 40 Millionen Euro erwer­ben und spa­ren damit fast 20 Prozent gemes­sen an den erwar­te­ten Kosten bei einer Einzelbeschaffung mit Listenpreisen. Darin ein­ge­schlos­sen sind die Kosten für die Aus- und Weiterbildung unse­rer Piloten sowie die Zusatzausstattung“, sag­te schon sei­ner­zeit Mecklenburgs Innenminister Christian Pegel bei der Auftragserteilung.

Nachdem die tech­ni­schen Eckdaten und die poli­zei­lich not­wen­di­ge Ausrüstung fest­ge­legt wer­den konn­ten, wur­de auch über das Design ent­schie­den. Bei der Gestaltung war unter ande­rem zu beach­ten, dass durch die Verwendung der blau­en Grundfarbe die Hubschrauber klar als poli­zei­li­ches Einsatzmittel zu erken­nen sind. Dies wird durch den groß­flä­chi­gen Schriftzug „POLIZEI“ mit einer moder­nen Formgebung unter­stützt. Der mar­kan­te Schriftzug wur­de bereits bei dem Vorgängermodell Eurocopter EC 135 ver­wen­det und mach­te die Polizeihubschrauber der Landespolizei seit deren Einführung im Jahr 1999 bun­des­weit bekannt. Das neue Design wur­de in einem gemein­sa­men Abstimmungsprozess durch die für die Beschaffung ver­ant­wort­li­che Projektgruppe mit Mitarbeitenden der Hubschrauberstaffel und dem Innenministerium MV erar­bei­tet.

Autoren: Werner Latten, Berlin und Rolf Klukowski, Berlin unter Beachtung der Pressemitteilung der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern vom 31. August 2026

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