Einsatzbilanz 2025: ADAC Luftrettung fliegt erneut rund 49.000 Einsätze

Die flie­gen­den Gelben Engel der ADAC Luftrettung sind 2025 erneut zu bun­des­weit rund 49.000 Einsätzen aus­ge­rückt. Damit wur­den die ADAC Rettungshubschrauber pro Tag im Durchschnitt zu 134 Notfällen alar­miert. Das geht aus der zum heu­ti­gen Tag des Notrufs ver­öf­fent­lich­ten Jahresbilanz der gemein­nüt­zi­gen Rettungsdienstorganisation her­vor. Unter den 48.908 Einsätzen (Vorjahr 49.048) waren mit 3314 fünf Prozent mehr Flüge in der Dunkelheit. Ebenfalls um fünf Prozent auf 580 erhöh­te sich die Zahl der hoch­an­spruchs­vol­len Spezialeinsätze mit Rettungswinde.

Häufigste Einsatzgründe waren in fast jedem drit­ten Fall (31 Prozent) Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehö­ren Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfälle. Bei etwa jeder vier­ten Alarmierung (26 Prozent) lagen Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen vor. In 13 Prozent der Fälle dia­gnos­ti­zier­ten die ADAC Luftretter neu­ro­lo­gi­sche Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall, in acht Prozent war aku­te Atemnot oder Asthma die Ursache. Bei fast jedem zehn­ten Patienten han­del­te es sich um Kinder oder Jugendliche.

Reform der Notfallversorgung umset­zen
Um die not­fall­me­di­zi­ni­sche Versorgung aus der Luft auch in Zukunft unein­ge­schränkt sicher­zu­stel­len, müs­se die vom Bundesgesundheitsministerium aktu­ell vor­an­ge­trie­be­ne Reform der Notfallversorgung jetzt umge­setzt wer­den, sag­te Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung. „Der Rettungsdienst muss wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Wir brau­chen drin­gend län­ge­re Einsatzmöglichkeiten auch in der Dunkelheit, fle­xi­ble­re Arbeitszeitmodelle, eine flä­chen­de­cken­de digi­ta­le Vernetzung der Leitstellen und eine län­der­über­grei­fen­de Einsatz- und Bedarfsplanung mit ein­heit­li­chen Qualitätsstandards“, erklär­te er.

Einsatzorte und Einsatzstatistik
Die meis­ten Einsatzorte lagen 2025 wie­der in Bayern mit 11.742 (Vorjahr 12.015), hier befin­den sich auch die meis­ten Stationen. Dahinter fol­gen Rheinland-Pfalz mit 7786 (7907), Nordrhein-Westfalen mit 5310 (5603) und Niedersachsen mit 5367 (5394). Bei den Stationen mit den meis­ten Alarmierungen lie­gen die ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 31“ in Berlin (2430), „Christoph 18“ in Ochsenfurt (1942) und „Christoph 10“ in Wittlich (1747) auf den vor­de­ren Plätzen.

Nachtflüge und Windeneinsätze
Deutlich zuge­nom­men haben im ver­gan­ge­nen Jahr die Flüge in der Dämmerung und Dunkelheit. Ihre Zahl stieg um fünf Prozent von 3159 auf 3314 an, dar­un­ter waren auch hoch­an­spruchs­vol­le Notfalleinsätze in der Nacht mit Landung auf unbe­leuch­te­ten Plätzen. Möglich sind die­se unter ande­rem durch spe­zi­el­le Nachtsichtbrillen als Teil eines hoch­mo­der­nen „Night-Vision-Imaging-Systems“, kurz NVIS genannt. Solche Einsätze flie­gen die Crews von sechs Stationen: In Greven und Köln (bei­de Nordrhein-Westfalen), Senftenberg in Brandenburg, Sande in Niedersachsen, Ulm in Baden-Württemberg und Mainz in Rheinland-Pfalz. Letztere ist seit 1. Januar 2026 die vier­te 24-Stunden-Station der ADAC Luftrettung.

Ebenfalls um fünf Prozent gestie­gen ist die Zahl der Einsätze mit Rettungswinde. Die Crews der sechs Windenstationen in München, Murnau, Straubing (alle Bayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg flo­gen ins­ge­samt 580 sol­cher hoch­an­spruchs­vol­len Spezialeinsätze (Vorjahr 552). Die Winde mit 90 Meter Länge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermög­licht an schwer erreich­ba­ren Einsatzorten eine erheb­lich schnel­le­re Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber ste­hen zudem in Katastrophenfällen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur Verfügung.

Mehr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz
Ihr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz hat die ADAC Luftrettung noch ein­mal ver­stärkt. Nicht nur mit zusätz­li­chen Windenhubschraubern und hoch­qua­li­fi­zier­ten Crews, son­dern auch mit zehn spe­zi­el­len Fachberatern Luftrettung, die den Trägern des Rettungsdienstes sowie den zustän­di­gen Behörden künf­tig bei der Bewältigung von Großschadensereignissen zur Verfügung ste­hen. In ganz Deutschland. Rund um die Uhr.Mit einem eige­nen Beauftragten für Bevölkerungsschutz stel­len sich die flie­gen­den Gelben Engel künf­tig auch ihrer gestie­ge­nen gesell­schaft­li­chen Verantwortung bei der Stärkung der zivil­mi­li­tä­ri­schen Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Kommunen und Blaulichtorganisationen. So wie es die Bundesregierung for­dert. Die ADAC Luftrettung bringt daher ihre Expertise nun auch bei Übungen mit der Bundeswehr zur Weiterentwicklung der gesamt­staat­li­chen Gefahrenabwehr ein.

Die Flotte
Die ADAC Luftrettung setzt bewusst auf eine Mehrflottenstrategie und kann so bedarfs­ge­recht, nach­hal­tig und kos­ten­ef­fi­zi­ent auf die kom­ple­xen Herausforderungen im Rettungsdienst sowie auf sämt­li­che Einsatzszenarien adäquat reagie­ren. Die Crews kön­nen bei ihrer Arbeit je nach Region und Anforderung auf moderns­te Rettungshubschrauber der Typen H135 und H145 von Airbus Helicopters zurück­grei­fen. Die Maschinen des Typs H145 sind beson­ders für höhe­re Zuladung und wei­te­re Strecken bei Patientenverlegungen geeig­net. Die Helikopter des Typs H135 sind wegen ihrer gerin­ge­ren Größe beson­ders für Notfälle im inner­städ­ti­schen Bereich geeig­net. Sie sind beson­ders wen­dig und ver­ur­sa­chen weni­ger star­ken Abwind beim Starten und Landen. Zudem sind sie güns­ti­ger in der Anschaffung und ver­brau­chen weni­ger Kerosin. In der Zukunft setzt die ADAC Luftrettung auch auf die neue Rettungshubschrauber-Generation H140 von Airbus Helicopters, die das Beste aus bei­den bis­he­ri­gen Modellen ver­eint.

ADAC Luftrettung Campus
Die neue Zentrale der ADAC Luftrettung befin­det sich seit Oktober 2025 am Sonderflughafen EDMO in Oberpfaffenhofen bei München – am bedeu­tends­ten Standort der Luft- und Raumfahrt in Deutschland. Der hoch­mo­der­ne ADAC Luftrettung Campus ver­eint unter dem Motto „United in Safety“ das gesam­te Leistungsspektrum der ADAC Luftrettung-Gruppe unter einem Dach: Flugbetrieb, Medizin, Forschung, Ausbildung, Training und Wartung sowie Verwaltung – das macht den neu­en ADAC Luftrettung Campus zu einem in die­ser Form auch inter­na­tio­nal ein­ma­li­gen Kompetenzzentrum für Hubschrauberpilotinnen und -pilo­ten, Rettungsdienst und Notfallmedizin. Nachhaltig und ener­gie­ef­fi­zi­ent aus­ge­rich­tet – inklu­si­ve eines mul­ti­funk­tio­na­len Veranstaltungsraums für Messen, Fachtagungen und Konferenzen für rund 300 Teilnehmende.Um die not­fall­me­di­zi­ni­sche Versorgung aus der Luft in Deutschland sicher­zu­stel­len, arbei­ten für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen bun­des­weit mehr als 1500 Menschen – dar­un­ter rund 180 Piloten und Pilotinnen, rund 670 Notärzte und Notärztinnen, 245 Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten. Die Station „Christophorus Europa 3“ in Suben, Österreich, wird gemein­sam mit dem ÖAMTC Christophorus Flugrettungsverein, Wien, betrie­ben. Die ADAC Luftrettung fliegt mit Hubschrauber und Piloten hier im Winterhalbjahr – im Sommer der ÖAMTC.
Quelle: Pressemitteilung der ADAC Luftrettung GmbH vom 11. Februar 2026
Dieser Beitrag wurde unter Luftrettung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.