Übung des Flugdienstes der Bundespolizei zur Brandbekämpfung aus der Luft

Waldbrandbekämpfung wird für die Feuerwehren immer schwie­ri­ger. Der Ruf nach Löschflugzeugen bzw. Hubschraubern wird immer grö­ßer. Deshalb hat die Bundespolizei-Fliegerstaffel Blumberg am 26. März 2026 die luft­sei­ti­ge Brandbekämpfung mit einem Polizeihubschrauber trai­niert. Neben dem poli­zei­li­chen Flugbetrieb ste­hen Hubschrauber der Bundespolizei auch im Rahmen der Not- und Katastrophenhilfe zur Verfügung. Um für den Einsatzfall opti­mal vor­be­rei­tet zu sein, wer­den ent­spre­chen­de Einsatzverfahren durch die Bundespolizei-Fliegerstaffeln regel­mä­ßig geübt, damit sie ein­satz­be­reit und jeder­zeit abruf­bar sind.

Bei der gest­ri­gen Übung hat sich die Hubschrauberstaffel der Bundespolizei auf die Bekämpfung von Waldbränden aus der Luft vor­be­rei­tet. Bevor die prak­ti­sche Übung jedoch begin­nen konn­te, erfolg­te für die betei­lig­ten Piloten und Operator zunächst im Rahmen einer Besprechung eine theo­re­ti­sche Einweisung zum Einsatz. Dabei wur­de u. a. auch bespro­chen, dass von den jewei­li­gen Crews meh­re­re Durchläufe geflo­gen wer­den, bevor getauscht wird. Nach Abschluss der theo­re­ti­schen Einweisung wur­den der Hubschrauber und der für die Übung vor­ge­se­he­ne Feuerlöschbehälter ent­spre­chend vor­be­rei­tet. Zum Einsatz kam ein falt­ba­rer Löschwasser-Außenlastbehälter. Das soge­nann­te Bambi-Bucket kann bis zu 2.000 Liter Wasser aus gerin­ger Tiefe auf­neh­men. Für die Löschwasseraufnahme eig­nen sich daher auch klei­ne Gewässer.

Die Piloten trai­nier­ten am Stützpunkt in Blumberg bei Ahrensfelde, nord­öst­lich von Berlin, Wasser aus einem gro­ßen Tank mit einem Außenbehälter auf­zu­neh­men und ziel­ge­nau abzu­wer­fen. Bei den regel­mä­ßi­gen Übungen gehe es dar­um, im Einsatzfall siche­re Verfahren flie­gen zu kön­nen, um die Feuerwehren zu unter­stüt­zen. Es sei schon eine Herausforderung für die Brandbekämpfung per Hubschrauber, bis zu 2.000 Kilo Gewicht im Außenbehälter — einen soge­nann­ten Bambi Bucket — auf­zu­neh­men. „Die geschul­ten Piloten müss­ten sicher­stel­len, dass dies gleich­mä­ßig funk­tio­nie­re und kei­ne unkon­trol­lier­ten Steuerbewegungen gemacht wer­den“, erklär­te Pilot Niewar. „Zudem gesche­he dies meist im Sommer bei gro­ßer Wärme, die Beeinträchtigungen für die Fliegerei mit sich brin­ge. Denn die Luft wer­de dün­ner und wir brau­chen viel mehr Auftrieb.“

Bei der Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden aus der Luft unter­stütz­te der Flugdienst der Bundespolizei in den letz­ten Jahren regel­mä­ßig auf Anforderungen ver­schie­de­ner Bundesländer. Gerade bei muni­ti­ons­be­las­te­ten oder schwer zugäng­li­chen Brandarealen, kommt der luft­sei­ti­gen Brandbekämpfung einer beson­de­ren Bedeutung zu. Der Einsatz wird hier­bei durch die zustän­di­gen Landesbehörden koor­di­niert und geführt.

Allein im Juli letz­ten Jahres unter­stütz­ten meh­re­re Polizeihubschrauber des Flugdienstes der Bundespolizei per Amtshilfe und war­fen hier­bei über 1.100.000 Liter Wasser in die Flammen ab. Dabei flo­gen die Piloten wegen der Waldbrände in Ostdeutschland meh­re­re Einsätze. Sie unter­stütz­ten bei der Bekämpfung der Waldbrände in Treuenbrietzen und Jüterbog (Brandenburg), auf den Saalfelder Höhen in Thüringen und in der Gohrischheide an der Grenze von Sachsen und Brandenburg.

Über die Bundespolizei-Fliegergruppe
Die Bundespolizei-Fliegergruppe hat ihren Sitz in Sankt Augustin bei Bonn. Ihr nach­ge­ord­net sind der Instandhaltungsbetrieb, die Luftfahrerschule für den Polizeidienst und die sechs Bundespolizei-Fliegerstaffeln (BPOLFLS) in Oberschleißheim bei München, Fuldatal bei Kassel, Gifhorn bei Braunschweig, Blumberg bei Berlin, Fuhlendorf bei Hamburg und Sankt Augustin.

Die Fliegergruppe ist Servicedienstleister für die Behörden und Dienststellen der Bundespolizei, sons­ti­ger Bundes- und Landesbehörden mit Sicherheitsaufgaben sowie für inter­na­tio­na­le Behörden und Organisationen, u. a. für die Europäische Grenzschutzagentur FRONTEX. Sie betreibt der­zeit rund 90 Hubschrauber ver­schie­de­ner Gewichtsklassen und ist damit nach der Lufthansa der zweit­größ­te Betreiber zivi­ler Luftfahrzeuge in Deutschland sowie eine der größ­ten poli­zei­li­chen Flugdienstorganisationen der Welt. Der ope­ra­ti­ve Flugbetrieb wird zur Unterstützung der Tagesaufgaben der Bundespolizei, ins­be­son­de­re der Grenz-, Bahn- und Seeüberwachung, her­an­ge­zo­gen. Die regel­mä­ßi­ge Bereitstellung von Lufttransportkapazitäten für bun­des­po­li­zei­li­che Eingreifkräfte an den Wochenenden ist einer der Einsatzschwerpunkte des Bundespolizeiflugdienstes. Diese Hubschrauber ste­hen auch für alle kurz­fris­ti­gen poli­zei­li­chen Lagen und für Einsätze im Rahmen der Not- und Katastrophenhilfe zur Verfügung.

Autor: Rolf Klukowski und Werner Latten, Berlin

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