Neuer ADAC Rettungshubschrauber in Ingolstadt

An der von der gemein­nüt­zi­gen ADAC Luftrettung betrie­be­nen Station am Klinikum in Ingolstadt hebt jetzt der moderns­te Helikopter der Modellreihe H135 ab und bringt Menschen in medi­zi­ni­schen Notsituationen schnel­le Hilfe. Die füh­ren­de deut­sche Luftrettungsorganisation stellt den neu­en Rettungshubschrauber mit dem Funkrufnamen „Christoph 32“ im Zuge ihrer kon­ti­nu­ier­li­chen Flottenmodernisierung in den Dienst. Am Dienstag, 1. April, wur­de die offi­zi­el­le Inbetriebnahme des hoch­mo­der­nen Helikopters mit einer öku­me­ni­schen Segnung der Maschine gefei­ert.

Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, und Günther Griesche, Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) für die Region Ingolstadt, emp­fin­gen zur Inbetriebnahme zahl­rei­che Gäste im Hangar der Station – dar­un­ter auch der neue Oberbürgermeister Dr. Michael Kern. Auch Vertreter der Integrierten Leitstelle Region Ingolstadt sowie des Kooperationspartners BRK Kreisverband Ingolstadt und des Klinikums Ingolstadt nah­men an der Veranstaltung teil.

Nummer-Eins-Maschine der Modellreihe H135
Der neue ADAC Rettungshubschrauber von Airbus Helicopters ist leis­tungs­fä­hi­ger und tech­no­lo­gisch aus­ge­reif­ter als sein Vorgänger vom Typ EC 135. Mit ihm kön­nen die flie­gen­den Gelben Engel opti­mal die ver­schie­de­nen Einsatzszenarien in der Region abde­cken. Er zeich­net sich durch Vielseitigkeit, Nachhaltigkeit und Sparsamkeit aus – der Kerosinverbrauch ist 25 bis 30 Prozent gerin­ger als bei grö­ße­ren Maschinen.

Christoph 32“ ver­fügt über ein voll­di­gi­ta­les Cockpit, das die Flugsicherheit ent­schei­dend ver­bes­sert. Der Pilot erkennt ande­re Luftfahrzeuge zuver­läs­sig, bekommt auf dem Navigationsdisplay Hindernisse ange­zeigt und erhält auto­ma­ti­sier­te Kollisionswarnungen. Ein auf moderns­ter Elektronik basie­ren­der Vier-Achsen-Autopilot ermög­licht Instrumentenanflüge bis zum Schwebeflug, zwei Kameras unter­stüt­zen den Piloten beim Landen in unbe­kann­tem Gelände, was die Sicherheit zusätz­lich erhöht.

Die H135 ist für die ADAC Luftretter ein idea­ler Allrounder – ob als schnel­ler Notarztzubringer bei Unfällen, die zu den häu­figs­ten Einsatzgründen zäh­len, oder für den Transport von Schwerverletzten über grö­ße­re Flugdistanzen. Der Rotordurchmesser von mehr als zehn Metern redu­ziert Fluggeräusche und Abwind. Die Maschine ver­fügt über zwei Triebwerke mit jeweils 734 PS Spitzenleistung. Die Einsatzgeschwindigkeit beträgt rund 220 Kilometer pro Stunde, die maxi­ma­le Reichweite 667 Kilometer, und das Maximalgewicht beim Abflug ist 2980 Kilogramm. Cable Cutter, schwert­för­mi­ge „Seilabweiser“ an der Vorderseite, den Scheibenwischern und den Kufen ver­hin­dern das Verfangen mit Hochspannungs- und Telefonleitungen. Zudem ist die neue H135 im Bedarfsfall auch für eine mög­li­che Randzeitenerweiterung für Flüge in die Dämmerung und bei Dunkelheit geeig­net.

Individuelles Innenraumkonzept für bes­se­re Patientenversorgung
Das Innenleben von „Christoph 32“ wur­de von der ADAC Luftrettung erheb­lich auf­ge­wer­tet. Die deutsch­land­weit erst­mals zuvor in Siegen, Straubing und Zwickau ein­ge­rüs­te­te Innenraumverkleidung „Kokon“ ermög­licht, medi­zi­ni­sche Geräte wie Sauerstoffflaschen fle­xi­bel an Wand oder Decke auf­zu­hän­gen und Patientinnen oder Patienten bes­ser zu behan­deln. Mit dem neu­en System ist „Christoph 32“ rund 100 Kilogramm leich­ter, wodurch mehr Treibstoff mit­ge­nom­men wer­den kann und Folgeeinsätze ohne vor­he­ri­ge Tankstopps mög­lich sind.

Aktuell sind in Ingolstadt 23 Teammitglieder im wech­seln­den Schichteinsatz. Neben einer Pilotin und zwei Piloten setzt sich die Crew aus 14 Notärzten und Notärztinnen des Klinikums Ingolstadt sowie sechs Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern aus dem BRK-Kreisverband Ingolstadt zusam­men. Im ver­gan­ge­nen Jahr flog „Christoph 32“ fast 1300 Einsätze.

Quelle: Pressemitteilung der ADAC Luftrettung gGmbH vom 3. April 2025

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