Die Luftrettungsstation von „Christoph 12“ feierte an diesem Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Aus diesem Anlass hatte das Team der Station am Samstag, den 30. Mai 2026 auf das Gelände des Hubschrauberlandeplatzes in Ahrensbök-Siblin (Kreis Ostholstein) eingeladen.
Luftrettungsfans sowie interessierte Besucherinnen und Besucher aus der Region konnten sich vor Ort über die Arbeit der Luftretter informieren und so einen seltenen Blick hinter die Kulissen der Station werfen. Darüber hinaus war auch die Besichtigung des Rettungshubschraubers „Christoph 12“ möglich. Verschiedene Infostände rund um die Luftrettung, die Präsentation von Einsatzfahrzeugen der beteiligten Organisationen, ein Flugsimulator sowie eine Hüpfburg für Kinder rundeten die gelungene Veranstaltung ab. Da Christoph 12 besichtigt werden konnte, war natürlich eine entsprechende Ersatzmaschine im Einsatz.
Die Geschichte der Luftrettung von Christoph 12 begann am 1. Juni 1976 ursprünglich am Kreiskrankenhaus in Eutin. Die Übergabe erfolgte damals durch den Bundesinnenminister Prof. Dr. Werner Maihofer. Damit war Christoph 12 seinerzeit der 12. Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) in der Luftrettung und gleichzeitig der zweite Rettungshubschrauber für Schleswig-Holstein. Heute sind in Schleswig-Holstein sechs Rettungshubschrauber im Einsatz. Damals bedeutete die Indienststellung jedoch eine wesentliche Verbesserung der Rettung
im Bundesland. Die Luftrettungsstation gehört seit dem zu den traditionsreichen Standorten der deutschen Luftrettung. Der Hubschrauber wird seit Beginn durchgehend im Auftrag des Bundes betrieben. Seit dem 3. Juli 2007 ist der Luftrettungsstandort von Eutin in das 12 km entfernte Siblin, Gemeinde Ahrensbök, an das damals neu errichteten Luftrettungszentrum gewechselt.
In den vergangenen 50 Jahren sind für Christoph 12 drei unterschiedlichen Hubschrauber-Typen im Einsatz gewesen. Zunächst wurde in Eutin bis zum Jahr 1979 eine Maschine vom Typ BO 105 eingesetzt. Diese wurde dann durch die leistungsstarke Maschine vom Muster Bell 212 ersetzt. Die Bell 212 flog ihre Einsätze sowohl von Eutin als auch später von Siblin aus. Wie schon die BO 105 war auch die Bell 212 mit zwei Triebwerken ausgerüstet. Beide boten aber zusammen merklich erhöhte Leistungsreserven, welche in der Nähe der Küste und deren Besonderheiten wie Starkwind hilfreich waren. Darüber hinaus war sie im Hinblick auf Einsätze über und am Wasser mit einer Seilwinde ausgestattet. Aufgrund der mitgeführten Seilwinde war die Bell 212 standardmäßig zusätzlich zur üblichen Crew mit einem Bordtechniker besetzt. Da es insgesamt jedoch nur zwei Bell 212 in der ZSH-Lackierung gab, nämlich die D-HBZS in Eutin und die D-HBZT in Bremen bzw. in Güstrow, wurde bei wartungsbedingten Ausfällen oder sonstigen Gründen auf polizei-grün lackierte Hubschrauber wie die D-HEPP oder die D-HAJO zurückgegriffen. Die technisch verantwortliche Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuhlendorf (früher Nord) war und ist ansässig in Fuhlendorf bei Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein). Die Bell 212 der Bundespolizei (BPol, damals noch Bundesgrenzschutz) wurden ausschließlich in Bad Bramstedt vorgehalten.
Im Jahre 2008 erfolgte dann die Umstellung auf den neuen Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) vom Typ EC 135 T2i. Dieser Mehrzweck-Hubschrauber wird grundsätzlich an allen ZSH-Standorten eingesetzt. Eine Ausnahme bilden nur die Standorte in Traunstein und Kempten. An diesen Standorten wurden diese Maschinen aufgrund der geografischen Gegebenheiten in den Jahren 2018 und 2019 durch leistungsstärkere H135 ersetzt. Bei wartungsbedingten Ausfällen oder sonstigen Gründen wird heute u.a. auch auf polizei-blau lackierte Hubschrauber zurückgegriffen, soweit keine EC 135 T2i in ZSH-Lackierung zur Verfügung steht.
„Christoph 12“ ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang einsatzbereit und wird zu Notfällen im gesamten östlichen Schleswig-Holstein sowie darüber hinaus alarmiert. Neben Primäreinsätzen bei schweren Notfällen übernimmt die Crew auch dringende Verlegungsflüge zwischen Kliniken oder Transportaufgaben wie beispielsweise den Transport von Medikamenten oder Organen. Mit der Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost besteht ein Durchführervertrag zur Stellung der HEMS. Die Piloten kommen von der Bundespolizei-Fliegerstaffel Fuhlendorf und das ärztliche Personal wird von der Abteilung für Anästhesie und Rettungsmedizin der Sana Kliniken (ab 1.01.22 Ameos Kliniken) Ostholstein, Klinik Eutin, gestellt.
In den ersten 25 Jahren (bis März 2001) absolvierte Christoph12 bereits über 25.000 Rettungsflüge. Bis heute sind es 53.474 Einsätze. Somit wurden über 1.000 Einsätze pro Jahr geflogen.
Die Redaktion von Copterweb.de gratuliert der Station von Christoph 12 zum 50-jährigen Jubiläum.
Abschließend noch ein paar Impressionen vom Tag der offenen Tür:
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sowie von den eingesetzten Hubschraubern
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Autor: Rolf Klukowski, Berlin















