Erste nach­hal­ti­ge Luftrettungsstation ein­ge­weiht

Die gemein­nüt­zi­ge ADAC Luftrettung hat im rhein­land-pfäl­zi­schen Rockenhausen/Dörnbach die ers­te nach­hal­ti­ge Luftrettungsstation gebaut und erfolg­reich in Betrieb genom­men. Am Montag, den 10. August 2026 wur­de die neue Heimat des ADAC Rettungshubschraubers „Christoph 66“ fei­er­lich ein­ge­weiht — im Beisein von Staatssekretär Dirk Herber aus dem Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr, sowie Landrat Rainer Guth und Stadtbürgermeister Michael Vettermann. Mit dem Neubau, der wegen sei­ner effi­zi­en­ten Energienutzung und Ressourcenschonung von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zer­ti­fi­ziert wur­de, ist die Versorgung mit schnel­ler Hilfe aus der Luft bis ins Jahr 2048 gesi­chert — für die Menschen in der Region und dar­über hin­aus.

Die Finanzierung sol­cher Projekte wird für gemein­nüt­zi­ge Organisationen wie die ADAC Luftrettung indes immer schwie­ri­ger”, kri­ti­sier­te Geschäftsführer Frédéric Bruder. Der Sparkurs des Bundesgesundheitsministeriums mit einem star­ren Kostendeckel sor­ge für eine dau­er­haf­te Unterfinanzierung der Luftrettung und gefähr­de so die Notfallversorgung ins­ge­samt. „Wir erwar­ten, dass der Gesetzgeber bei der Reform der Notfallversorgung im Herbst eine Öffnungsklausel für die medi­zi­ni­sche Notfallrettung schafft“, for­der­te Bruder.

Vorgaben und Standortfaktoren kon­se­quent ein­be­zo­gen
Planung und Umsetzung des Neubaus in Dörnbach waren fes­ter Bestandteil einer euro­pa­wei­ten Ausschreibung des rhein­land-pfäl­zi­schen Innenministeriums für den Luftrettungsstandort Westpfalz im Juni 2022, die ein Nachhaltigkeits- und ener­ge­ti­sches Konzept vor­schrieb. Mit einer Stationierung über einen Zeitraum von 25 Jahren han­del­te es sich ins­ge­samt um eine der bun­des­weit größ­ten Vergaben im Luftrettungsdienst. Die ADAC Luftrettung über­zeug­te das Gremium mit ihrem Konzept und setz­te das schlüs­sel­fer­ti­ge Projekt in weni­ger als zwei Jahren um. Dabei wur­de eng mit loka­len Partnern zusam­men­ge­ar­bei­tet, es wur­den Bauunternehmen aus der Region beauf­tragt und Empfehlungen der ört­li­chen Feuerwehr im Brandschutzkonzept berück­sich­tigt.

Die Station wur­de mit Blick auf die lan­ge Laufzeit mit einem Doppelhangar geplant. So kann mit einem zwei­ten Rettungshubschrauber bei Bedarf die Kapazität erhöht und auf Großschadensereignisse wie Naturkatastrophen schnell reagiert wer­den. Stationsgebäude und Hangar wur­den in Holzbauweise gefer­tigt und Kunststoffe ver­mie­den. Im Erdgeschoss befin­den sich je ein Medizin- und Desinfektionsraum für die täg­li­che Arbeit der Crews sowie zwei Büroräume. Im Obergeschoß gibt es einen Schulungsraum für bis zu 30 Personen und zehn Ruheräume mit erhöh­tem Schallschutz für Pausen zwi­schen den Einsätzen.

Nachhaltigkeitskonzept
Ein Gründach schützt vor extre­men Temperaturen und sorgt mit einem Regenwassertank für scho­nen­den Wasserverbrauch. Beheizt wird das Gebäude über eine Wärmepumpe mit geo­ther­mi­scher Unterstützung. Eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher ermög­licht eine Eigenstromversorgung von bis zu 75 Prozent. Bei einem Stromausfall kann die Station mit eige­nen Aggregaten wei­ter­be­trie­ben wer­den. All das macht die Station — zusam­men mit Ausgleichmaßnahmen wie groß­zü­gi­gen Brachflächen und Streuobstwiesen — zu einem Vorreiterprojekt für eine effi­zi­en­te Energienutzung und Ressourcenschonung.

Mit dem neu­en Luftrettungsstandort wer­tet die ADAC Luftrettung die regio­na­le Rettungsdienstinfrastruktur ent­schei­dend auf. „Christoph 66“ ist der ein­zi­ge not­arzt­be­setz­te Rettungshubschrauber mit Rettungswinde in Rheinland-Pfalz und beson­ders im länd­li­chen Raum oft das ein­zi­ge Rettungsmittel, das Menschen in Notsituationen eine Notärztin oder -arzt zufüh­ren und wenn nötig in ein Krankenhaus brin­gen kann.

Crew und Einsatzgebiet
In Dörnbach sind drei Piloten der ADAC Luftrettung und eben­so vie­le Notfallsanitäter mit Zusatzqualifikation Winde (TC HHO) beschäf­tigt. 15 Notärztinnen und -ärz­te von der Uniklinik Homburg und dem Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern kom­plet­tie­ren den Personalstamm. Das Einsatzgebiet umfasst die Stadt und den Landkreis Kaiserlautern, die Landkreise Kusel und Birkenfeld sowie den Donnersbergkreis. Für Patientenverlegungen wird der Helikopter in ganz Rheinland-Pfalz ein­ge­setzt. Außerdem fun­giert er als offi­zi­el­ler Intensivtransporthubschrauber des Saarlandes.

Der täg­li­che Rettungsbetrieb beginnt mit Sonnenaufgang (frü­hes­tens 7 Uhr) und dau­ert bis zum Sonnenuntergang. Alarmiert wird „Christoph 66“ von der Rettungsleitstelle Kaiserslautern. Der hoch­mo­der­ne Hubschrauber des Typs H145 ist der lei­ses­te sei­ner Leistungsklasse. Bei Bedarf könn­te „Christoph 66“ in Zukunft auch in der Dämmerung oder Dunkelheit Einsätze über­neh­men. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den die Crews 1530-mal alar­miert, 112 davon waren Einsätze mit der Rettungswinde. Seit sei­ner Stationierung in der Westpfalz im Jahr 2019 — zunächst in Eßweiler im Landkreis Kusel und ab 2021 in Imsweiler im Donnersbergkreis, flog der ADAC Rettungshubschrauber mehr als 11.000 Einsätze.

Quelle: Pressemitteilung der ADAC Luftrettung gGmbH vom 10. August 2026

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